Wanderung an Kärntens „Alpenfjord“ am Weissensee

Eine der schönsten "See-Wandertouren" der Alpen

Das österreichische Bundesland Kärnten bietet auf seinen 9.500 km² unterschiedliche Naturkulissen (Seen, Berge, Hügel etc.). Deshalb ist es auch für mich als Exilkärntner immer beeindruckend diese Landschaften erleben zu dürfen. In diesem Artikel stelle ich die Weissensee-Wanderroute aus dem Buch „Kärntner Seen“ aus dem Kompass-Verlag vor. Für den Autor des Buchs (Wolfgang Heitzmann) ist es die Lieblingstour im schönen Kärnten. Das kann ich nur unterstreichen und mit einer Fotoreportage „beweisen“. Aber schau es dir selbst an.

Der Weissensee liegt zum Glück abgelegen

Schon die Anreise zum Weissensee ist beeindruckend. Denn von Klagenfurt beträgt die Strecke mit dem Auto 106 Kilometer. Und die Strecke  ist fast zur Hälfte via Landstraßen zu erreichen. Die Fahrt mit dem Auto ist ab Arnoldstein bereits spannend. D.h. der Weissensee liegt relativ abgelegen und das ist auch gut so. Im Gegensatz zu vielen anderen Seen ist er nicht von Touristen überrannt. Auch sind hier keine touristischen Bausünden zu finden. Ganz im Gegenteil, der See ist wenig bebaut.

Wissenswertes über den Weissensee

Der Weißensee ist ein See in Kärnten am Fuß der Gailtaler Alpen nördlich von Hermagor. Er liegt auf 930 m ü. A. und ist damit der höchstgelegene der großen Kärntner Badeseen. Der weitaus größte Teil des Sees gehört zur Gemeinde Weißensee, das kurze Ostufer zur Gemeinde Stockenboi. Der Weißensee ist 11,6 Kilometer lang; an der breitesten Stelle misst er 900 Meter, an seiner tiefsten 99 Meter. Seine Fläche beträgt 6,5 Quadratkilometer und sein Einzugsgebiet umfasst 46 Quadratkilometer. Sein 23 Kilometer langes Ufer ist nur zu einem Drittel bebaut (Westteil des Sees sowie die Ortsee am Ostufer), der Rest steht unter Natur- und Landschaftsschutz. Am Seeufer führt keine Durchgangsstraße entlang, nur ein schmaler, teils steiler Pfad verbindet den Ronacherfels (östliches Ende der Fahrstraße) mit dem Ostufer, welches ansonsten nur durch das Weißenbachtal von der Drautaler Seite her zugänglich ist. (Quelle: Wikipedia)

Wanderroute „Norduferweg“ am Weissensee vorgestellt

Tour aus dem Buch "Kärntner Seen" aus dem Kompass-Verlag
Tour aus dem Buch „Kärntner Seen“ aus dem Kompass-Verlag

Die Tour beginnt in Neusach und hat eine Länge von 9 Kilometern (unten auf der Seite findest du die Route). Die Strecke ist die einzige Verbindung zwischen Ost- und Westufer. Die Rückfahrt erfolgt via Weissensee-Schifffahrt. Den Schwierigkeitsgrad gibt der Kompass-Verlage mit „mittel“ an. Was ich bestätigen kann, denn für Kleinkinder oder mit Kinderwagen ist die Route nicht geeignet, da man gerade im letzten Drittel ein bisschen Aufpassen muss.

Start der Wanderung

Ich hatte zum Start der Wanderung Traumwetter, was sich noch im Laufe des Tages ändern sollte. Die Tour beginnt in Neusach auf einem öffentlichen Parkplatz der mich beinahe zum Verzweifeln gebracht hatte. Denn der Parkplatz ist gebührenpflichtig und ich hatte zu wenig Kleingeld mit. Am zweiten Automat kann man via EC-Karte bezahlen, was ganz genial ist (Tipp für die Verantwortlichen: schreibt die EC-Funktionsmöglichkeit auf die anderen und erklärt den Weg zum „tollen“ Automaten). Dort ist auch eine kostenlose und saubere Toilette.
Blick auf Neusach am Weissensee.
Die Wanderung beginnt in Neusach mit Blick auf die saftigen Wiesen.


Das herrliche Panorama lädt schon am Beginn der Tour zum Träumen und Entspannen ein.
Was für den Weissensee spricht: Der See ist nicht verbaut und man hat beinahe überall die Möglichkeit zum Ufer zu gelangen. Da auf dem Weissensee keine Motorboote erlaubt sind, ist es auch leise.
Natur pur. Hier können sich Tiere und Pflanzen entfalten.
Ein schöner Punkt ist der Ronacherfels der in mir Kindheitserinnerungen hervorbringt. Im Winter war ich mit meinen Großeltern öfters am Weissensee Eislaufen und am Ronacherfelsen sind wir meistens wieder umgedreht. Der Weissensee ist im Winter idealer Trainingsort für Eisläufer (viele Holländer trainieren hier).
Hier ist gleich erkennbar wie der See an seinen Namen gekommen ist. Der See ist glasklar und ein Eldorado für Fische. Er ist auch aufgrund seiner Höhe relativ frisch. Was ich im Sommer 2018 jedoch nicht bestätigen konnte, in meiner Kindheit hat er sich viel kälter angefühlt 😉
Was ganz angenehm ist, an dieser Wanderroute ist Radfahren verboten. Nichts gegen Radfahrer, aber an mancher Wanderroute wird es stressig…
An der kleinen Steinwand hat man einen traumhaften Blick.

Auch eine Tauchschule zeigt die Schönheit des Sees.

Das schönste am Wandern: Schöne Natur und die Jause.


Wie bereits beschrieben, am Weissensee sind Motorboote nicht erlaubt. Deshalb geht es auch beschaulich auf dem See zu. Entweder mit Muskelkraft oder mit Strom.
Das letzte Stück wird anspruchsvoller. In der Zwischenzeit sind Wolken aufgezogen und es sieht nach einem Alpengewitter aus. Deshalb habe ich ab diesem Zeitpunkt das Schritttempo erhöht.
Wunderschöne Landschaft (noch vor dem Gewitter).
Hier kommt man der Natur ganz Nahe.
Und es kommt zu einem richtigen Alpengewitter mit heftigem Regen. Zuvor war ich noch kurz im Wasser baden. Aufgrund des Gewitters konnte ich das Wasser nur kurz genießen, da kurz danach die Wassermassen plötzlich von oben kamen. Im „Terrassencamping Ronacher“ konnte ich mich jedoch mit einer ausgezeichneten Fritattensuppe aufwärmen. Von dort aus sind es noch ein paar Hundert Meter zum Bootsanleger. Auf dem Schiff „Alpenperle“ gibt es ein ausgezeichnetes gastronomisches Angebot (z.B. eine megaleckere Sachertorte).
Ich kann diese Route empfehlen, sie ist wirklich ein Traum. Und für mich als Exilkärntner ist der Weissensee der schönste in Kärnten. Aufgrund der abgelegenen Lage und des sanften Tourismus werde ich demnächst mit mit meiner Familie hier übernachten. Für kleine Kinder ist es ein Paradies.

Hier die Wanderroute via Google-Maps „nachgezeichnet“

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